Verfasst von: PMS | Januar 27, 2009

Neue medizinische Universität in Linz?

Ganz andere Probleme als jene bei Universitäten und Fachhochschulen herrschen in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz vor. Während LH Pühringer (ÖVP) vom Bedarf einer medizinischen Universität überzeugt ist, winkt sein Parteikollege, Wissenschaftsminister Hahn, ab. Als Begründung bedient sich Hahn des Kostenarguments, wonach die derzeitigen drei medizinischen Universitätsstandorte (Innsbruck, Graz, Wien) rund 33% des Unibudgets aufzehren.

Pühringer kontert mit mangelndem Medizinernachwuchs und mehr Ärztebedarf infolge stetig steigender Lebenserwartung. Dass laut Hahn kein Bedarf für eine medizinische Universität am Standort Linz gegeben ist, wird von Vertretern sämtlicher Parlamentsparteien dementiert. Ohne diese Belege, insbesondere die (noch) vorhandenen Budgetmittel, verifizieren zu können, muss aber folgende Regel gelten: Nach dem Leitsatz „Stärken stärken“ ist zunächst die Finanzierung der bestehenden Institutionen vereinbarungsgemäß sicherzustellen. Erst wenn Forschung & Lehre finanziell abgesichert sind, um dem Lissabon-Ziel unter Ausblendung eines sinkenden BIP infolge der Wirtschaftskrise (–> so kann eine weltweite Technologieführerschaft begründet werden) nachzukommen, wären Überlegungen hinsichtlich eines vierten universitären Medizinstandortes angebracht.

Ein Blick ins Regierungsprogramm der 24. GP (S. 179 ff.) verrät indessen, dass eine zusätzliche medizinische Universität notwendig scheint (arg.: „Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung für alle Menschen in Österreich„). Diese qualitativ hochwertige medizinische Versorgung kann man aber nur dann erfüllen, wenn die Zahl der Patienten mit jener der Ärzte in keinem Missverhältnis steht.



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