Die zuletzt gemeldeten finanziellen Engpässe des Wissenschaftsfonds (FWF) wurden nunmehr von BM Hahn bestätigt.
Das Kernproblem soll demnach in der Art und Weise, wie vergangene Projekte finanziert wurden, liegen. Dass Optimierungsbedarf besteht, ist dem Aufsichtsrat des FWF, der kommende Woche zusammentritt, bewusst. Dabei soll auch die von der Regierung geplante Änderung in der Eigentümerstruktur des FWF – hin zu einer alleinigen Zuständigkeit des BMWF – besprochen werden. Ferner wird die bisherige Praxis der Vergabe von Fördermitteln einer Evaluierung unterzogen. Möglicherweise lässt sich die Wirtschaftlichkeit des Fonds dadurch verbessern.
Die nicht unumstrittene grundsätzliche Aufhebung der Studiengebühren (wirksam ab Sommersemester 2009; großer finanzieller Aufwand zur Verwaltung der unüberschaubaren Ausnahmeregelungen) sprengt ein Loch von rund EUR 150 Mio. jährlich ins Universitätsbudget, das letztendlich von allen Steuerzahlern aliquot getragen werden sollte. Diese neue von SPÖ, FPÖ und Grünen beschlossene „Verteilungsgerechtigkeit der Lasten“ (Stichwort „Studium für jedermann unabhängig vom Einkommen bzw finanzieller Unterstützung von dritter Seite“) zieht das absurde Ergebnis nach sich, dass Bezieher unterer, noch steuerpflichtiger Einkommen das Studium auch jener Studierenden mitfinanzieren, welche dieser Art der Finanzierung gar nicht bedürfen. Dieser Aspekt soll hier aber nicht weiter vertieft werden. Pro & Contra kann in den Kommentaren zu Florian Freistetters diesbezüglichem Beitrag nachgelesen werden.
Nicht die Basisfinanzierung, wohl aber die jährliche Gehaltserhöhung für im Rahmen der FWF-Projekte angestellte Forscher wurde nun sistiert, die geplante Sitzung abberaumt. Logischerweise ist ein starkes mediales Echo die Folge davon. Mit negativem Beispiel geht einmal mehr der Wissenschaftssprecher der FPÖ, Martin Graf, voran, der die „Aushungerung der Forschung“ durch die Regierung intensiv kritisiert. Dabei hat der doch durch sein zweimaliges militantes Auftreten zum Tagesordnungspunkt des Universitätsrechts in der Nationalratssitzung vom 24.09.2008 sowie mit geschlossener Stimme seiner Partei für die Abschaffung der Studiengebühren votiert, und die aktuelle Lage somit mitzuverantworten; eine Verantwortung, der man sich aufgrund gescheiterter Regierungsbeteiligung nicht entziehen kann.
Eine kritische Einschätzung, wie sich der von der Politik „vorgegebene“ Rahmen tatsächlich auf die Forschung (Forscher, Doktoranden) niederschlägt, inkl. einer Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Situation des FWF kann hier nachgelesen werden.


